donderdag 30 november 2017

Sonnabend, 23. Juni 2018, 20:00 Uhr „Vom gegenwärtigen Johannes – Impuls“

Sonnabend, 23. Juni 2018, 20:00 Uhr
„Vom gegenwärtigen Johannes – Impuls“
Vortrag von Judith von Halle
Dieser Vortrag findet im Saal der Rudolf Steiner Schule, Clayallee 118, statt.

maandag 9 oktober 2017

Edith Maryon suggested.


In dieses Blog ist schon mehrfach referiert nach Judith von Halles Vision ueber Edith Maryon und ihr suggerieren das sie JvH ist der Wiederverkoerperte Edith Marion..

Das Konstrukt Judith von Halle.

Und

Update 18-06-2013 eine Bilanz zum Stand der Diskussion um Judith von Halle.


Nun sollen noch einige Zitate folgen die belegen koennen was im obigen Links schon angedeutet wurde.

Das Christliche aus dem Holze herausschlagen...
Rudolf Steiner, Edith Marion und die Christus-Plastik.


Zu bemerken unten ist was JvH hervorhebt alles als seiende Sinnlich.
Seite 27 des obengenannten Buches.Rudolf Steiber war nach eigenen Aussagen waehrend der Zeitenwende nicht auf Erden verkoerpert. (29-12-1923 GA 233) .er hat von seinem kosmischen Aufenthaltsort das Wirken des Christus auf Erden verfolgt - hat Anteil an dem Wendepunkt der Menschheitsentwicklung genommen von der hohen Warte eines geistigen Wesens aus, Ohne zu der Zeit mit den physischen Sinnen eines im Erdenleibe lebenden Menschen begabt gewesen zu sein. Seine Darlegungen aus den Vortraegen zum Fuenften Evangelium gehen nicht aus einem sinnlichen Zeitzeugnis hervor, sondern aus dem rein uebersinnlichen Erforschen der geistigen historischen Umstaende in der Akasha- Chronik. Darum ist das Abbild des Christus Jesus zunaechst aus ein Prozess heraus entstanden, der folgendermassen Gestalt annahm: Rudolf Steiner konnte durch seine Erinnerung an das Geschehen der Zeitenwende von der kosmischen Warte aus und durch seine geisteswissenschaftliche Forschung genaue Angaben ueber das Leben des Jesus von Nazareth machen und ueber das Wesen des Logos, so wie es einst in den Leib des nathanischen Jesus bei der Jordantaufe eingezogen war. Er konnte die Mysterien um das Ereignis von Golgotha erblicken und dasjenige, was schliesslich bis zum Himmelfahrtstag bei den Juengern auf Erden in einer neuen vergeisttigten Leiblichkeit weilte. Aber Rudolf Steinee musste all dies aus dem reinen Geistgebiet entnehmen, er suchte gleichsam durch daa gezielte Eintauchen in die Akasha-Chronik dauerhaft den Zustand der Initiation auf und verdichtete seine Wahrnehmumgen dann hinuntee zur Inspiration und schliesslich zur Imagination - nicht aber zum sinnlichen Wahrnehmung.......Aber Rudolf Steiner sah den Jesus nicht dort stehn mit sinnlichen Augen.....Doch wir sprachen bereits davon, dass es noch einen zweiten Anteil gibt, der den Menschheitsrepresentanten zu einem nicht rein geistigen Wesen werden liess - den sinnlich wahrnehmbare  physischen Anteil........Eine andere Komponente war fuer die Erschaffung der Gruppe unbedingt erforderlich, und diese brachte eben Edith Marion mit: Die Gruppe konnte nur entstehn, weil einerseits. Rudolf Steiner daran beteiligt war mit all den Eigenschaften, von denen gerade gesprochen wurde, und andrerseits, neben ihm, bei ihm und mit ihm, schaffend ein Mensch, der den Christus einst leibhaftig geschaut und erlebt hatte mit allen Sinnen, in der Zeitenwende - der des Erloesers Wandeln auf Erden in Geztalt des Jesus von Nazareth mitverfolgt, in Liebe verinnerlicht und Sein Leiden sowie Seinen goettlichen Sieg ueber den Tod im Gewande des Auferstandenen bezeugt hatte. Es brauchte einen Menschen, dem diese Erlebnisse der Zeitenwende so einverwoben waren in seine Wesensglieder, dass sie sich Inkarnationen spaeter bis ins aetherische Gefuege hinein so fortsetzten, dass wie von selbst in der bikdhauerischen Arbeit an der Gruppe das Eisen, der Schlegel gefuehrt wurde- selbst wenn vieles erkaempft und neu verstanden werden musste - auch wenn die Erlebnisse der Zeitenwende eben nicht voll zum Bewusstsein kamen, aber wie traumerisch waren sie vorhanden und konnten als Fundament fuer diese einmalige Arbeit dienen..

Die Brandnacht war Edith Maryons Todeskeim aus dem Grunde, weilsie injener Nacht daaUnfassbare erleben musste, namlicg knapp 2000 Jahre spaeter wiederum in den Fesseln der Ohnmacht zum blossen Beiwohnen verurteilt, jenemN Todeskeim in ihren geliebten Lehrer einziehen sehenzu muessen - ihren Lehrer, derbis dahin jeder Anfeindung unerschuetterlich getrotzt hatte. Seite 36.


Die Holzplastik.
Der Menschheitsrepresentant zwischen Luzifer und Ahriman.

Seite 70



Rudolf Steiner welcher vom geistigen Plan aus das Ereignis des Christus Mysteriums mitverfolgt hatte und so im weit greifendem geistigen Ueberblick mit diesem verbunden war, verband seine Erkenntnisforschung mit den handwerklichen Faehigkeiten einer Individualitaet, die waehrend des Mysteriums von Golgotha verkoerpert gewesen und somit physisch in der Lage war, in der Gruppe mit Haenden umzusetzen was ihre Seele dazumal ergriffen hatte durch den sinnlichen Anblick des Erloesers. 


Anna KatharineA Emmerick - eine Rehabilitation,

Seite 299-300Steiner hat nicht aus versehen nicht ueber dauerhafte Stigmation und ueber Anna Katharina gesprochen, sondern es war sein planvolles Vorgehen.  

Ich bin davon ueberzeugt - und dies nicht allein, weil ich selbst betroffen bin, denn gewissermassen sind wir das alle - ,dass uns Rudolf Steiner einen grossen Dienst erwiesen hat, indem er ueber dieses Thema (dauerhafte Stigmastisation)  geschwiegen hat. Es ist dies ein sehr charakterischer Dienst Rudolf Steiners an uns, denn es ist ein Dienst an unserer eigenen Entwicklung., fuer die er sich schon zeit seines Erdenlebens - aber ,wie wir sehen, auch darueber hinaus - eingesetzt hat. Hatte sich Rudolf Steiner damals ueber die hier im Rede stehenden Angelegenheiten aus seiner Geistesforschung heraus erklaert, waere uns diebezueglich der Weg unserer Entwickelung verbaut. Er muss vorausgesehen haben, dass der Anthroposophischen Gesellschaft beziehungsweise der anthroposophischer Bewegung ein solches Schicksal begegnen wird, dass ein solches Phaenomen an einem Mitglied der AG auftreten wird, welches noch dazu fuer sich in Anspruch nimmt, im Sinne seiner Geistesforschung zu arbeiten.Wie gross waere wohl die Wahrscheinlichkeit dafuer gewesen, dass wir uns innerhalb der Zusammenhaenge der AB oder AG mit dem Phaenomen der dauerhaften Stigmatisation oder den heute angewandten Erkenntnissmethoden diesbezueglich auseinandergesetzt hatten ( genau genommen steht dies sogar noch aus!), wenn es uns nicht unmittelbar vor die Fuesse gesprungen waere? Es ist das Prinzip des Stolpersteins, es ist die Herausforderung, die den Menschen zu neuen Erkenntnissen antreibt...... derartige Stolpersteine sind kostbar!.....
 

:.....Tatsache, dass Rudolf Steiner einen Menschen, an dem die dauerhafte Stigmatisation aufgetreten war, persoenlich gekannt und ihm als einen seiner weitest fortgeschrittenen Schueler angenomen hatte....seite 302
Bei dem stigmatisierten Schueler Rudolf Steiners handelte es sich um den in anthroposophischen Kreisen unbekannten Neville Meakin und bei seinem Arzt um den ebenfalls mit Rudolf Steiner bekannten Dr. Robert Felkin, dem Begruender der Unterabteilung des Hermetic Order of the Golden Dawn, der Rosenkreuzer-Loge Stella Matutina. Rudolf Steiner war seit den ersten Jahren des 20 Jahrhunderts geheimer Grossmeister aller in London beshehende Rosenkreutzer Loge......303
Neville Meakin war die rechte Hand und der Stellvertreter Robert Felkins in der Stella Matutina. RS sah in ihm nicht nur eine Schueler. Er erkannte in ihm eine aussergewoehnliche Persoenlichketr, von deren Wirksamkeit er sich vor allem in England in Bezug auf seine grosse Mission als Meister der Weissen Loge viel versprach...303
Neville Meakin....als praedestiniertwr Nachfolger und Stellvertreter des Ordensleiters Felkin ..hatte er fuer den Fall senes Todes, wie es in der Stella M ueblich war, einen Nachfolger fuer sich bestimmt. Zu diesen Nachfolger hatte er seine Geistesfreundin Edith Maryon ernannt......waere Maekin nicht gestorben, hatte sie sich um ihn, in seinen besonderen Zustand als Stigmatisierter, gekuemmert....aber Maryon ging zu Dornach zu Steiner. 304 (anderes Schicksal)
Es ist dabei nicht in geringster Weise verwunderlich, dass das Thema der dauerhaften Stigmatisation fuer RS und auch zwischen RS und Edithe Maryon von Bedeutung war und besprochen wurde....305 in einem dieser Gespraeche wies RS darauf hin, dass die Zeit beziehungsweise die Menschheit fuer das tiefste Verstaendniss dieses Phaenomens noch nicht reif sei. 306 (siehe farbigwe  Text oben)
Wie sehr dieses Thema Edith Maryons beschaeftigte, geht aus einem gleichsam prophetischen Traum bezueglich des Mysteriums der Stigmatisation und des fragwuerdigen Umgangs der Mensvhheit mit diesem hervor, der ihr wenige Monatw vor ihrem Tode geschickt wurde. 306


Zwischenbemerkung JvH ist in Besitz des Archives von Edith Maryon.

.Nun nochmal lesen: 

Update 18-06-2013 eine Bilanz zum Stand der Diskussion um Judith von Halle.

vieles bezieht sich auf obenstehendes.




Kundenrezension



am 22. April 2013

Leider tut Prokofieff seinem Anliegen, nämlich über Judith von Halles Stigmatisation aufzuklären keinen Gefallen. Er schafft es nicht, die der Autorin Judith von Halle verliehenen Geistesgaben zu unterscheiden in a) die durch die Stigmatisation gewonnene Fähigkeit die Ereignisse um das "Mysterium von Golgatha" gewissermaßen "hautnah" miterleben zu können was der Autor "Zeitreisen" und "leibgebundenes" atavistisches Sehen" nennt - und in b) die bei Judith von Halle schon von Kindheit auf, und seit ihrer Stigmatisation noch in verstärktem Maße aufgetretene Gabe einer karmischen Hellsichtigkeit, herrührend aus einer vergangenen Inkarnation als Edith Maryon (einer Mitarbeiterin Rudolf Steiners bei der Schaffung der Holzplastik des "Menschheitsrepräsentanten Christus" zwischen Luzifer und Ahriman).Auch ignoriert der Autor, dass Judith von Halle mittlerweile aufgrund ihrer genannten Gaben als eine echte anthroposophische Geistesforscherin bezeichnet werden kann.Soweit der Autor meint vermeintlich tragfähige Tatsachen gegen Judith von Halle vorzuführen, so sind diese ihm, nicht zuletzt aus Mangel an Sorgfalt und Seriosität, durch einen Artikel des Arztes und Wissenschaftsmethodologen Helmut Kiene in der Zeitschrift "Anthroposophie", Ausgabe I/2013, dort nachweislich als fehlerhaft und unausgegoren gekennzeichnet, nun gewissermaßen entglitten und aus der Hand genommen worden.Damit steht Prokofieffs Beweisführung auf recht dünnem Eise, in das der Autor wohl schon längst eingebrochen wäre, wenn ihm nicht etliche Sympathisanten aus der anthroposophischen Bewegung quasi "blind" vertrauen würden...
Michael Heinen Anders ist ein fanatischer JvH fan. 


Krise und Chance. (buch JvH)


Seite 60. ... einmal in aller Sachlichkeit zu sagen, dass ich weder jemals einen Fuehrungsanspruch innerhalb derr Anthroposophischen Gesellschaft oder sonst irgendwo geltend gemacht habe oder beabsichtige geltend zu machen noch mich fuer ein wiedergekommenes Ur-Vorstandsmitglied halte, dem man einen soklchen Anspruch offenbar unterstellt.

seite 57
...das jetzt Menschen da sind, auf die diese Aussage zutrifft. Diese Menschen die damals Anthroposophy erstmalig aufnehmen durften, sind-wenn man Steiner ernst nimmt- heute unter uns. Man darf vielleicht verdeutlichend sagen sie sind nicht nur unter den hier jetzt Anwesenden, die Anwesenden sind es zu einem grossen Teil selbst.......58...Es scheint, dass viele dieser Wiedergekommenen auch wieder nach Dornach hinstreben. das ist insofern eine intweressante Beobachtung, weil offenbar der Ort Dornach doch einen okkult bedeutenden Standorrt darstellt, wenigstens fuer das Schicksal der AG...59

Zu beachten ist das JvH selbst versuchte Zugang zum Goetheanum zu bekommen was nicht gelang.
Aber dafuer eine Schreinerei bezog. (nicht den historischen wo Maryon mitarbeitete am Holzgruppe) aber d0ch!

Zu ein JvH-fan (Wolfgang Stadler) hat sie gesagt wohl anwesend gewesen zu sein bei Steiner damals, aber nicht als Vorstansmitglied.

woensdag 26 april 2017

Interview Judith von Halle English

This interview took place on October 19, 2014 in the Stichtse Vrije School, Zeist, Holland
Michel Gastkemper: This interview is for Motief, the monthly magazine of the Dutch Anthroposophical Society. It's circulation is about 4,000 copies. Nothing has appeared in the magazine about you, Judith von Halle, which is strange but true.
Judith von Halle: Yes, that's true. But it's mostly because of me, at least as far as interviews are concerned.
MG: In readers' letters your name has been mentioned and commented upon. That is a remarkable situation. With today's interview, I hope to make you better known to our readers. I hope you are willing to tell us something about yourself. Naturally I have some questions, but I will ask them during the discussion. Today you told us something about your youth, but I don't know how much of it is for public consumption. Therefore, for this interview can you say something about yourself, how you grew up, what you experienced. A difficult question of course.
JvH: I already talked about that [this morning in a lecture about Faith and Knowledge]. I grew up in a non-anthroposophical family and I was told nothing about anthroposophy. I had a very active inner life. As long ago as I can remember I had a relationship to what we call the spiritual world. "Spiritual world" can mean anything, for one can understand almost anything by it. In my case it was not in a confessional religious way, but an experience a person can have with super-sensible worlds, and that's something that I already experienced strongly as a child. Therefore, I asked myself very early about the world and about human beings in that context. I also wondered why so few people discussed the reality of the spiritual world. That was an important question for me as a child: Why is it a taboo?
And until I was 25 years old I found no one with whom I could exchange ideas about it. That's why my encounter with Rudolf Steiner was so important for me and decisive for my path in life, because there I found assertions about things that I had experienced myself. It was like being reborn, and I was thankful to find out that there was a Society that concerned itself with these things. There is not only one who was bold enough to speak about them, but many people who come together to cultivate what played no external role during my childhood.
M G: But the encounter was a book?
JvH: Yes, of course. I met Rudolf Steiner through his writing.
M G: That is different from a direct acquaintance through other people.
JvH: Yes, I read something that I had experienced myself. And therefore it was clear that Rudolf Steiner was the right one for me from then on. It was a direct confirmation of my own experiences. Of course what Rudolf Steiner had discovered went much further. But I found again what I had experienced in his work. Therefore I knew: this is where I want to go.
I am an architect and I still work in my profession, but my main activity is now Anthroposophy. It was only later that I dared to report on my inner experiences. And the stigmata and the related experiences, that is something else. But the main thing, what I told you about this morning, namely the spiritual research, that has nothing to do with the stigmata. I have not become a different person because of the stigmata, but what has come about through this event are factual perceptions of events which have occurred historically, like in a chronicle. That was new, and had special meaning for me, because these perceptions of historical events during the beginning of the Christian era [Zeitenwende] provided the impulse to spiritual-scientifically investigate the connections behind these historical facts. You will be doing me a great favor if you remember that. Because people often see “only” the stigmata and the perceptions during the Christian era change, but not my spiritual scientific work and task. Do you understand what I mean? I will clarify it once more:
I am often criticized—it is the main criticism—that my lectures and books only contain the description of the perceptions, of unreflected upon visions. But that is not the case. The work of investigating the spiritual world, that is my real activity, and it was also the case before the stigmatization. Together with the stigmata really came experience of the events in the life of Christ and its historical circumstances, but perceptions of concrete historical situations from other times have also been possible for me since then, such as from the time of the Templars or events from other times and their circumstances. That was an amazing experience. However, what was important was that based on these historical events it was possible for me to spiritually investigate, that is to find out by means of spiritual science why just these historical events happened and their esoteric meaning in the overall cosmic plan. And it should be clear to every anthroposophist that such things cannot be found out through mere perception, but only by working for knowledge of them. And that is the kind of work, namely spiritual research, which I also did previously. It is very important that this be understood, because the same error in judgment of my spiritual activity is repeated again and again in public, at least by those people who judge without having been correctly informed about my work by reading my books. Therefore in every introduction to my [Christological] books I write about this – but it is unfortunately often ignored.
MG: You wrote that you have had Imagination, Inspiration and Intuition for ten years.
JvH: Yes, and that I followed a path of training of course. And it has not been only since ten years ago, together with the stigmata. Rather everything I do depends upon this path of knowledge which has lived in me for a long time. I did not begin to occupy myself with Anthroposophy because of the stigmatization. To believe that would be a mistake.
MG: And what is your research method? How does it work in practice? How does one go about it?
JvH: The question is kind of amusing, pardon me, because I can't give a satisfactory answer. How is one to go about it is left to the freedom of each individual. Rudolf Steiner gave inexhaustible indications about how to prepare for spiritual research and which steps can be taken on the path of knowledge, and in part must be taken. I could mention certain exercises in preparation for spiritual research. But one cannot really describe the moment of knowledge, the pure thinking and knowing, which cannot be described with intellectual concepts. If we could, there would be no need for super-sensible thinking. Then we could master everything necessary with everyday thinking. Rudolf Steiner, by the way, also didn't describe the moment in which he achieved super-sensible knowledge. You will nowhere find a description by him of what was done by his I at the last moment and what processes were necessarily accomplished by spiritual beings beyond the threshold in order for him to reveal the mystery of the two Jesus boys, for example. This knowledge process beyond the threshold could only really be made comprehensible to someone who also practices this spiritual activity, that is, who has himself experienced the “chemical”, occult processes involved; but then no description would be necessary, because someone who does it would already know.
An indication of what happens in this respect on a higher plane can be found in Rudolf Steiner's Class lessons for the members of the Free University for Spiritual Science, especially what he says at the beginning of the 11th lesson.
I can only say here that spiritual research begins with a concentration exercise, one can call it meditation. That is self-evident. So, it begins with a concentration exercise, but accompanied with the focus on a particular problematic, which I would like to pursue. The alpha and omega is that personal interest in the subject must remain completely in the background, although that may sound strange. That's why spiritual research is so difficult, because first freedom from personal interest must be achieved. In another context Rudolf Steiner speaks of an “empty consciousness”. That means I must first try to eliminate everyday affairs (the telephone, the cellphone, thinking about what I still have to do, at such and such a time this or that person is coming). All that must be pushed out. This is seldom possible for me, because I have such a busy agenda, so I mostly do this work at night, when I'm not sleeping of course. That is what must be done as the basic condition for what is called spiritual research, and then one can only hope to find certain answers from the other side of the threshold once one stands directly within spiritual activity. When one goes from thinking about spiritual activity to actually doing it.
It is possible in various situations: you give a lecture, you organize a seminar and someone asks a question. It's possible that you intuitively give a lightning quick answer because you're so immersed in the higher spiritual being of the other person and at the same time in the objective facts of the case in question, that the possibility arises that the answer comes like a bolt of lightning into the higher consciousness, something otherwise only possible when you become free of the personal through meditation. You have a clear vision of what is. A fantastic experience because it's like passing through the eye of a needle as a tiny point and recognizing how the entire history of mankind is lined up like beads on a thread, how one part is associated with the others in a higher order. Everything becomes visible, like through an eyepiece, all at once. Then you must make a great effort to retain what you have discovered and put it into concepts, into words – irrespective of whether it was obtained by meditative efforts or lightning quick intuition.
Necessarily much is lost in this way, so that what you have perceived and grasped in a higher sense is no longer exactly what it had been as living fact when you must speak about it. Today it is different only with mantras. In the future it will change more and more, so that the words we speak will correspond more to what we want to express of spiritual truth. It's a painful process. Finding the right language, the right formulation, is very difficult, but it must be done, or you can't bear witness to the spiritual world.
MG: I can well understand that. And how can you control or feel that it's possible?
JvH: Control what has been perceived or recognized? Naturally in a certain sense that is possible, must be possible, because before I write something in a book I must be certain that what I write corresponds as nearly as possible to the truth. It's like in The Sorcerer's Apprentice (You know, Goethe's story?) when the spirits he called can no longer be sent back. He cannot call back what had been set free; therefore what one says or writes must be sustained, not only before people, but also before the divine cosmic judge. And this earnestness is of course known to the person doing this work. When I write something of purely spiritual context, finding the right concept is terribly important. I try to do the best I responsibly can.
Firstly, one must review one's own perception, imagination or inspiration, of spiritual relationships. How does what has been perceived relate to objective reality? There are various methods or various points involved. I could name the example which I named in the foreword to my series Beiträge zum Verständnis des Christus- Ereignisses [Essays for Understanding of the Christ Event]. If, for example, I wish to say something about the world of the elementals, it is not enough that I enter the elementary world with my consciousness, but if I want to say something about the elementary kingdom, then I must also – after I have perceived in that sphere – elevate myself over this sphere with my purely spiritual thinking. That means that I must have at least reached the stage of Imagination in order to be able to speak correctly about the elementary world. Otherwise one could only describe the perceptions, but that would not be knowledge. Perceiving takes place within the respective sphere, for example, the elementary kingdom, and you must enter into it if you want to meet the elementary kingdom. But knowledge must be attained in one of the overlying spheres. This must be tested, for otherwise one doesn't achieve knowledge, but only subjective impressions or intellectual approximations, opinions, judgments or even illusions about the facts.
Misunderstandings can be observed especially concerning the subject of the elemental beings: Imagine that I am “conversing” with an elemental being. (I must clarify that such “conversations” do not take place like other people's, but my conversations with elemental beings take place in a different way.) But let us imagine that an elemental being, a water-spirit for instance, gives me information about the occult relationship between Judas and Christ, or about another profound, spiritual mystery, which in principle pertains to the higher development of man, that is, to the consciousness of man about his higher I. Then it must be clear to me that this elemental being can only describe such things from its point of view. This means that the elemental's information is not necessarily true just because it comes from a spiritual being. For the elemental being has no human I! Thus it can make no truthful statements about the I-mystery. The elemental being can only describe the effect of our deeds on its own world. That can have great value for man. But the elemental being cannot create a connection in its consciousness about the effects of our I-deeds on his sphere of life. Man must do that himself. But he should not then confuse his own conclusions with the elemental's words.
MG: Do the angels know everything?
JVH: (laughs) That depends on which angel you ask. There are luciferic and ahrimanic angels. It is most interesting to listen to these beings and what they know. But if we now stick with the good angels, then I would say: the angels know really everything in relation to mankind. But when we look further up, leaving the human perspective, then the angels also have a certain “position”, as well as a task within the spiritual world. They may have just as much “knowing” as the next higher hierarchy, in so far as they have insight into the wisdom of spirits and can affirm this wisdom by their I, but at present they can only work at a lower level than the higher hierarchies, because they are also evolving, so that the areas the higher hierarchies cover are not in their field of vision. It means that the angel has a certain task (which, from the human perspective, is so elevated that people often confuse their angels with God) namely to occupy himself with the individuality of one person, whereas the higher ranking hierarchy is there for groups of people and “knows” correspondingly more. There are folk-spirits and so forth and therefore “perspective sections” of knowing. Nevertheless, they live directly within the spiritual reality, so therefore naturally know everything, if you wish.
If a person is consciously in the spiritual world, he also knows “everything”, every one of us does, every night. It is only a question of whether we can retain it in our consciousness. If we take an interest in the thoughts of the spiritual beings, we are all wise – just as the Angels take an understanding interest in the cosmic thoughts of the Kyriotetes or other spirits. We know exactly as much as the highest hierarchies at the moment we are completely in the spiritual world with our I. But to be really wise on his own, like a god, an angel-hierarchy, that is to bring forth wisdom, that is something else, which human beings must still work on, just as the angels had to work on it. At present man participates passively in the wisdom of others, of higher beings, in sleep, and is wise through them. But he must become wise through a gradual awakening of consciousness in the spiritual world. He can orient himself on the angels for this development.
MG: And how much do you occupy yourself with theological subjects, Christology themes? And why?
JvH: Because that can supply the answer to all our problems (laughs), and because, if we understand that something was introduced into humanity, beyond religious conviction, and something changed in humanity, even physically, namely the Christ event (as a non-confessional fact). When we begin to understand that, then we have grounds to configure the world differently. And I believe that the world is in need of that, and I believe that is the central issue, what the human being really is: the image of whom we call “Christ”, the true I, so to speak. Therefore, as Paul said: “Not I (the lower one), but Christ in me.” When I have learned to discover this, I have understood what Christ is. That sounds easy, but self-knowledge is very difficult. My opinion is: We don't need to be always talking about Christ, to have his name on our tongue from morning to night. But the activity that we can undertake by being aware that the Mystery of Golgotha has occurred as a spiritual-psychical-physical factum for change, and if we grasp this “gift”, this activity, then things in the world can be corrected. The source interests me. Where does it come from? Why is the human being as such responsible? Why is it nonsense when DER SPIEGEL quotes a leading scientist who claims: We are only a system, a chance lottery of genes? If that were true and we were consistent in our judgments, then our entire administration of justice would be completely superfluous, because I can't help it if I act immorally, for it's my genes that guide me. If we all thought that way and acted that way, the world would have been destroyed long ago. Luckily it's not the case. But unfortunately we can observe tendencies at present, which will become even stronger in the future, which want to have people believe this nonsense. With my work I wish to oppose this tendency. A source for moral activity exists. And man can find this source within himself, he senses a responsibility, a conscience, that calls for him to think and to act morally. Conscience is connected to this source. And if we use it we are better able to act morally. This is of great importance for our spiritual training. Spiritual training is not for our own benefit, but for others to benefit through us.
MG: And what is the physical effectiveness of Christ?
JvH: That is beginning (at least potentially) to have the effect that people are better able to hear each other, to perceive, so that they can really understand in a new way. This progress, which goes back to the development of the consciousness soul, is observable in the physical. The body is transformed by spiritual consciousness. This is most visible in the “oldest” of our organs, namely the brain. I am sure that if it were possible to place a contemporary person in a scanner and another person with the physical constitution of 1,000 or 2,000 years ago, we would observe that different areas of these two people's brains would be active when they think. Even the intellect we need in order to understand anthroposophical thoughts, higher thoughts – for that is the first step on the path to a thinking which someday will not need the brain. Present day man has to a much greater extent the capacity to understand certain connections about the world than earlier people. But we must use it in order to progress, not get stuck in pure intellectualism. But the capacity to jump from this comprehension thinking to a higher thinking would not have been possible, not even physically, for earlier humans. That is a consequence of the Christ deed. And I am convinced that one day researchers investigating the human brain will find that people who practice higher thinking do not use the decaying brain. It will be measurable. This means that we will be more able to think super-sensible thoughts the more our sensory thinking apparatus declines.
There are many, many examples of the effect of Christ on the physical. Previously I mentioned the change in the human procreation process. Man was not always physically as he is now. And in the future procreation will take place in a completely different way from today. The Mystery of Golgotha had the effect that man can become free from dependence on his body, and that he can not only be master of his soul, but also of its instrument, the physical body. And when one day, slowly, slowly, he accomplishes this, then he can also lay aside the physical body.
Anthroposophists know that this will be necessary at the latest when we appear again as human beings on the so-called Jupiter [future incarnation of the earth], for then there will be no mineral, no material earth. Then we will have to have a new instrument which takes over the functions of this physical material body, an instrument which, although physical, is not material. We will cultivate, and have already begun to do so, what Rudolf Steiner called the “phantom” of the physical body, which Paul also describes in the first letter to the Corinthians [1 Corinthians 15,42f].
There is another example of the effect of Christ on the physical. In an exciting work by the physicist Peter Gschwind [Die Ich-Struktur der Materie, Verlag am Goetheanum], this physicist investigated matter and came to the conclusion that the physical substances have taken on a different chemical substantiation since the time of Christ. This is a highly respected book. Very few can exactly reproduce these results, but this work is also respected and taken seriously outside of anthroposophical circles. It describes scientific evidence of the alteration of the earth's structure since the event of Golgotha. And one can conclude that this also applies to human beings, for the earth is the field for the evolution of man to a higher spiritual being.
We say in anthroposophy that the earth is already in decline, sclerotic. In fact that is the case. Every natural scientist who does research in this field can confirm that the earth's regeneration processes are in decline, just as the sun's energy is being consumed and that the earth at some point in time will cease to exist as we think to know it or experience it today. And what the Mystery of Golgotha achieved was that a seed was planted which can transform matter. Not something that makes matter disappear, but a seed for something super-substantial, which is, however, very close to the border of the sub-substantial. We call this the etheric. And this etheric is spiritual, which means immortal life. The earth will, in the far distant future, consist of this “material”, and the occultist calls this future earth “Jupiter”.
MG: That is already an answer to my next question. How important is caring for the physical body?
JvH: Immensely important. Because the physical body is our instrument for achieving higher knowledge. It is not only important for the spirit, but in a certain sense for the upkeep of the material body itself, because we can only achieve the processes of maturity and education and all development during life on earth. And if I don't maintain this body as an instrument, then I can never acquire this spiritual knowledge. This doesn't mean that one cannot acquire higher knowledge if he is ill with cancer or has a broken leg, if the physical body is injured. But that I must contribute to the upkeep, to the etheric vitalization of my body for the protection and preservation of life, because it is the precious field of my development. And I must take care to create a body for myself which my I can inhabit in the future, when the material earth and the material bodies fall further into decline.
MG: I would like to ask something about relations between people. You spoke about difficulties between anthroposophists, because sometimes things are taken too personally. Well, that's human reality, but there is the individual personal level, and the social, the community level. How can they be held in balance? It is difficult because people always apply what they mean and think to judgments. But it is disturbing for the community. What can the community do so that what happens is not so extreme?
JvH: I think we must consider the I-force of man for this, because each can only make his own contribution. I cannot permit another to do this or that for me; or, when I speak I expect you to be tolerant of me, and I must act accordingly to you. In the Our Father this is clearly stated: Forgive us our trespasses as we forgive those who trespass against us. So I expect from others what I myself do. The individual must try to do this, and the only thing that works, in my experience, is to withhold my own judgment and observe what exists, what is there. I can be aggravated because there's a tree out there in the garden. I say: Why is it there? I don't want it to be there. But my personal attitude towards the tree does not change the fact that it is there. Or I say it has no right to be there. Then the tree says to me: I couldn't care less about what you think. It is a plain fact that I am here. And this fact is independent of your opinion and of your attitude.
I mean to say that we must strive to deal with reality and that we leave it as soon as a personal opinion occurs and this personal opinion is confused with reality or even is taken to be based on spiritual-scientific knowledge. If our only objective is to insist on our personal opinion, we cause an escalation, but are not enhancing the community's knowledge.
Unfortunately children seem to achieve this better than anthroposophists. Children at least look each other in the eye when they argue, also bring their conflicts directly to the persons involved. I had to experience that not even this is still possible “with us”, – a direct encounter, a conversation for knowledge, not even a perception of the other person is any longer possible. Encounters are avoided in order not to feel unsure of one's dearly beloved opinion.
MG: What can a person do when he enters a community where old problems appear that have not been resolved? What must one do?
JvH: You must first decide what your relationship is as an individual to the community you've entered. There are two possibilities: Either I realize that I have a karmic relationship to this group, so that the problematic is also mine. You'll notice that at some point. Or you say to yourself: Although I am interested in anthroposophy, I am aware that biographically I have nothing to do with this group which pretends to practice anthroposophy. These are two different starting points, and the first person will react differently than the second one. If my starting point is the first one, it makes the situation difficult, because it will be harder for me to achieve an objective position if I am karmically involved. If you find yourself in such a karmic group in which much has not been resolved, I would recommend that you work together on a task which motivates all equally and thereby unites. In our case the unifying element is called Anthroposophy. I assume that we all agree on the essential element, for we all want to advance Anthroposophy in the world. That is the most beautiful unifying element we can think of. And if we have this goal in mind we will soon realize that it would really be a pity to waste time bickering about words or differences of opinion, or to long-windedly “prove” to the other that he falsely interprets some Gospel paragraph or Rudolf Steiner's words. That only prevents us from doing what is essential. And we also quickly realize that the One, the Grand is only achievable when many people contribute something, and in their own individual way. Otherwise the end cannot be achieved, only unilateral, fragmentary parts.
When you realize that you have a karmic relationship to that group of people, which is enmeshed in a grave karmic problem, then you should first find out to what extent you can see things objectively or how deeply you yourself are enmeshed and must admit: in reality I don't want to reach an agreement. That must be decided in peaceful moments. Because today it is not a question of being able, but of wanting. All by myself and not together with others, I must examine my motives and which causes are present. I myself am responsible. I cannot delegate it to others. If I want to render a useful, beneficial contribution to the community, I must first bestir myself to self-knowledge, I must in complete honesty examine my motives.
If someone feels: I am really only interested in Anthroposophy and have no connection to the karmic relationships within the anthroposophical community, then perhaps the best help he can give is to support the community to re-focus its work on what is essential, namely to place Anthroposophy again in the center of its activities. That would be really wonderful if we could finally begin to practice Anthroposophy instead of injuring the “Being” Anthroposophy with all our personal disagreements.
MG: And what will you do during the next ten years?
JvH: Hopefully learn more things. (laughs)
MG: You are the object of a controversy.
JvH: Yes, but that is only indirectly my problem. For it has often been shown that it isn't about my person at all. Most of my critics do not know me personally, have never seen or heard me, and many admit that it is not necessary for them to read my writings in order to judge me.
MG: How do you handle that?
JvH: With patience. This is an area where I learned a lot. It is very interesting to observe oneself in this situation. At first one is shocked and hurt and tries to justify oneself. Then comes a phase in which one realizes: that has nothing to do with you personally, because the people don't even know you. Therefore something else must be the cause. Those strong emotions let loose in many people are not about you as a person, but perhaps much more about what you say or what you are engaged in. Then comes the next phase. You have hope that by means of an exchange between people at the level of healthy human understanding the problems can be resolved. Because at first you think that it's a question of knowledge or differences of opinion. Then you realize that mostly that's not the cause of the emotions. Because such a conversation is refused. Someone who is really interested in clarification would not refuse. One learns at this point that there are people who say: I do not want to exchange views. You were wrong from the beginning, so I do not need to converse with you. This is the second phase where one is disappointed that we cannot advance objectively. Then comes the third phase, which I am in now; I don't know how many more there will be. But I have learned to understand that those people who have decided not to exchange views also abandon their own freedom. I must pass through this disappointment.
The third phase is: try to counter the untrue with the true in the areas where it is necessary, but otherwise don't keep yourself back with controversies, for then what the opposing powers intend would happen, that nothing constructive, nothing enlivening can happen. The beneficial and calming knowledge in the form of a loving call comes from the spiritual world. Always examine yourself, and examine the reproaches against you. But don't forget to do your work! And that I do. For in the end what Paul said is valid:
It is of no importance to me if I am judged by you or by any human court. Nor do I judge myself...rather it is the Lord who judges me.”
This is how I offer my work in the world, in that I am responsible before God. My work is available to everyone. If you accept it, fine. If not, also fine.
MG: With whom do you wish to communicate?
JvH: With as many people as possible. I am not afraid of an exchange of views. The reason I have never given interviews is simply that too much “hype“ is made of my person, and I don't want to encourage that through interviews, because my real cause is the anthroposophical work and the themes I write about in my books. And I know that the interviewer is unfortunately least interested in the content of my books and more in my apparently sensational destiny. And that is just what my critics accuse me of. It has been said: Judith von Halle should not do any anthroposophical work because due to her stigmata she is not free. My concerns are the themes I write about in my books, for example The Templars and Descent into the Depths of the Earth or whatever they are called, and none of them has anything to do with Judith von Halle personally. That is not my goal. On the contrary, previously I had a quiet, comfortable life, and for personal happiness one can wish for something different than such a destiny and the people's agitation about this destiny, which I have had to live with during the past ten years. But I like communicating with people, I have never withdrawn from a talk when the person involved had an honest question. It's a great asset getting to know people, each person is wonderful in his way, with his own biographical experiences. Truly amazing things can be experienced and learned; one becomes humble.
MG: How do you endure it?
JvH: I have the support of firm roots, and that is the spiritual world. My childhood was also not easy. But it was finally good to have lived through such a childhood, because I have put on a small protective armor for what I had to go through in later years, namely in the Anthroposophical Society. Because of the firm roots, which are in the spiritual world, I have never been completely thrown off track so that I was in a desperate situation in which I would have to say: I can't go any farther. In the low points in life it's a question of if we can reflect upon the light which shines beyond this life.
MG: Can you name your themes once more?
JvH: Well, the themes sometimes come in the moment when one looks into the spiritual world and encounters something which wants to be heard in today's world. One must only listen to it. Or you look at the earthly world and want to investigate the causes of certain circumstances. That is how the book about the Templars came about, because it was the six-hundred year jubilee and I began to occupy myself with the spiritual circumstances for the abolishment of the Templars and their continuous defamation.
A theme that I consider to be extremely important today is that of the spiritual opposing forces. They work so intensively in the world because they enter in the individuals. Here it is again a question of self-knowledge if we want to do something against the prevalence of these forces in the world. So I wrote a book about the earth's strata, which relates to this subject.
But my underlying concern – this is evident in my work – is the Christ Mystery, for I live in the certainty that the source of our salvation lies in knowledge of the Christ Mystery. One can comprehend this fact by thinking alone. You don't have to be an initiate to see that it is the case. One must, however, have the will to deal with this Mystery with truly heartfelt strength.
MG: Which people do you work together with?
JvH: I am related innerly with many different people and experience immense support from them on my personal path as well as in the impersonal field of spiritual work. One can say that as a rule destiny places the people on your side with whom something can be achieved for the progress of the Christ impulse in the world. One doesn't always choose these people – who live in different places – with one's everyday consciousness. For example ten years ago I could never have imagined that I would someday live in Dornach, a big city kid in a small “nest”. But obviously I have a strong connection to the destiny and development of the anthroposophical community in Dornach, and that's what brought me there.
MG: How did that happen?
JvH: It was destiny. In 2006 I became very ill, and the doctor's advice was that I go to the mountains for my lungs, that is, not stay in Berlin's flatland. Then a very dear man, Joseph Morel, the publisher of Verlag für Anthroposophie, said: Come to our house, 700 meters altitude, in upper Dornach; it's not Davos, but surely better than Berlin. I had much time there to occupy myself with spiritual things, because I couldn't do anything else. As I gradually recovered it happened that a house, a carpentry, became free and the owner said: Would you like to start an initiative there? You can rent the building. I saw this chance as a call. Unfortunately in Berlin it was no longer possible. I would have liked to do it in Berlin, but because of the prevailing circumstances I could no longer use the Rudolf Steiner Haus in this way. So there I was suddenly in Dornach. But naturally I also have and inner attachment to the place, which I distinctly felt. Dorn Ach! A bittersweet relation to the place [“dorn” in German means “thorn”]. So on one hand I like being in Dornach and with the people who live and work there very much, and on the other it's the lion's den. But obviously it must be so. And I had to accept that one cannot work together with every person with whom one has a karmic relation or even a spiritual task. Because the human being is free. He has his karma and his karmic possibilities. But if he embraces it is his own decision. So it has unfortunately happened that I would have liked to work together with certain people, because I am sure that the spiritual world desires it, but such cooperation has not been realized. That is perhaps the greatest pain that I feel in respect to the spiritual work today.
MG: What was the controversy in Berlin about?
JvH: That the stigmata appeared and people could not accept that the spirit can and wants to be active in the physical body. In theory philosophy thinks about all kinds of things that the spirit can do. But when it is concrete, it shows how far people take the spirit seriously. I was told by the German Society (literally): “That has nothing to do with Anthroposophy. Make it go away!”
That's the example of the tree. As is said in the first mystery drama: A fact is present. It's not a case of cutting down the tree, but of finding out why it's there and what one can gain through its existence for one's own development. Is it not an excellent chance for the development of our knowledge that such a phenomenon appears in the anthroposophical movement? Anthroposophy is here presumably to investigate inexplicable phenomena, so that they are one day explicable. But such investigation cannot be carried out with fear, reservations, prejudice, for that obscures the objective view. Unfortunately however, the “responsible” parties did not have this attitude. I was fired without notice from my position in the Rudolf Steiner Haus, in which I supervised the office, alongside my professional activity as an architect. But also the whole staff who stood beside me, including the Rudolf Steiner Haus's founder, Peter Tradowsky, were fired without notice and without reason. Whoever is interested in the details can read the report by the so-called “Urteilsfindungskommission“ [fact-finding-commission], which was later prepared. The most regrettable thing was that the members who didn't want all this to happen were patronized by the Vorstand members [Board members] and finally because of this the rich spiritual life in the Rudolf Steiner Haus was to a large extent extinguished. This is the case still today.
MG: So you still work as an architect. Which buildings did you build?
JvH: The latest was the conception of a living and therapy institute for patients with dementia. It was then taken over by a Dutch architect because of a change in the client's Board members. I had worked on the project for four years. Then I was shown the door because a member of the Board had a “problem” with me. My work only reached the planning stage, but for me it was the most beautiful project, because it contained an especially interesting thematic. I wrote a book, Dementia, dealing with what I know about dementia. Now we're working on a building for Wolfgang Gutberlet, the previous owner of TEGUT, a foodstuffs provider – a complex of three different buildings and a beautiful open space with a brook and a pond and artistic works. An office complex and a workshop for seminars where entrepreneur culture can take place.
MG: How do you combine the two activities?
JvH: Naturally my husband and I depend on colleagues. For architecture is a full-time-job, and so are the seminars and lectures in Dornach, and the anthroposophical research and writing. In short: I don't get bored. Every day balance must be weighed.
MG: Is there anything else you'd like to say?
JvH: The last word? I must think of Dr. Benediktus Hardorp, a wonderful, wise man to whom Anthroposophy has much to thank, which is not known by many. Once he answered this question with a simple but profound sentence: Do your work well! I find that to be a very wise answer. It doesn't come from me and I can't claim it because I don't have 80 or 90 years of experience in life. But it makes a lot of sense to me. I can recommend it.
MG: Many thanks.

Translated from the German by Frank Thomas Smith
This interview in German appeared in the Dutch Anthroposophical Society's magazine: Motief

Judith von Halle Interview von Michel Gastkempe Deutsch German

Judith von Halle Interview von Michel Gastkemper mit Judith von Halle Das Gespräch ist vorgesehen zur Veröffentlichung in der Zeitschrift Motief Stichtse Vrije School in Zeist, Holland am 19.10. 2014 2 Interview von Michel Gastkemper mit Judith von Halle am 19.10.2014 in der Stichtse Vrije School, Zeist, Holland Michel Gastkemper = M G: Die Ausgangslage ist die holländische Monatsschrift Motief der holländischen Gesellschaft. Die Auflage der Zeitschrift Motief beträgt rund 4000 Exemplare. Niemals in den letzten Jahren ist über Sie, Judith von Halle, geschrieben worden, das ist merkwürdig, aber eine Tatsache. Ju v Ha: Ja, das stimmt. Aber das liegt weitgehend an mir, jedenfalls, was Interviews betrifft. M G: In den Leserbriefen ist Ihr Name aber manchmal genannt und besprochen worden. Das ist eine merkwürdige Situation. Ich hoffe dazu beizutragen mit diesem Interview, Sie den Lesern unseres Blattes bekannt zu machen. Ich hoffe, dass Sie etwas über sich erzählen können. Ich habe natürlich auch einige Fragen, aber die stelle ich während des Gespräches. Sie haben heute auch etwas über sich und ihre Jugend erzählt, aber ich weiß nicht, was davon für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Darum frage ich jetzt: Können Sie etwas über sich erzählen, wie Sie aufgewachsen sind, was Sie erlebt haben, wie es so gekommen ist. Das ist eine schwierige Frage natürlich. Ju v Ha: In Andeutungen habe ich das schon gesagt [heute Vormittag in dem Vortrag über Glaube und Wissen]. Ich bin in einem nicht-anthroposophischen Elternhaus aufgewachsen und anthroposophische Inhalte wurden mir nicht vermittelt. Ich hatte ein sehr reges Innenleben. So lange ich zurückdenken kann, 3 hatte ich eine Beziehung zu dem, was wir die geistige Welt nennen. Geistige Welt sagt alles Mögliche aus, da kann man sich alles Mögliche darunter vorstellen. Das ist damals nicht in einer konfessionell religiösen Weise gewesen, sondern eine Erfahrung, die der Mensch machen kann mit übersinnlichen Welten, und das habe ich als Kind sehr stark schon erlebt. Ich habe mir deswegen recht früh viele Gedanken gemacht über die Welt, über die Menschen in ihrem Zusammenhang; auch habe ich mir Gedanken gemacht, warum so wenig Menschen die Wirklichkeit der geistigen Welt thematisieren. Das war eine große Frage für mich als Kind, warum ist das ein Tabu? Und habe dann bis zu meinem 25. Lebensjahr niemanden gefunden, mit dem ich mich hätte austauschen können. Meine Begegnung mit Rudolf Steiner war deswegen so berührend für mich und entscheidend für meinen Lebensgang, weil ich dort auf Aussagen gestoßen bin über Dinge, die ich selber erlebt hatte. Das war wie eine neue Geburt, und ich war dankbar, dass ich erfuhr: es gibt eine ganze Gesellschaft, die sich um diese Inhalte bemüht. Es gibt also nicht nur einen, der mutig war, davon zu sprechen, sondern viele Menschen, die sich zusammenfinden, um das zu pflegen, was in meiner Kindheit keine Rolle spielte im Äußeren. M G: Aber die Begegnung war ein Buch. Ju v Ha: Ja natürlich. Ich bin Rudolf Steiner in seinen Schriften begegnet. M G: Das ist natürlich etwas anderes als der direkte Umgang durch Menschen. Ju v Ha: Ja, ich habe etwas gelesen, was ich selber erlebt hatte. Und deshalb war für mich klar, Rudolf Steiner ist der Richtige für mein weiteres Leben. Es war eine unmittelbare Bestätigung meiner eigenen Erfahrungen. Natürlich ging das noch viel weiter, was Rudolf Steiner alles aufgedeckt hat. Aber das, was ich erfahren habe, das habe ich bei ihm wiedergefunden. Deswegen wusste ich: Das ist es, wohin ich will. 4 Dann habe ich angefangen, ich bin ja eigentlich Architektin im Beruf, ich arbeite auch nach wie vor in dem Beruf, aber die Haupttätigkeit ist jetzt natürlich die Anthroposophie. Viel später habe ich mich dann getraut, auch von meinen inneren Erfahrungen zu berichten. Und die Stigmatisation und die Erlebnisse, die sich daran angefügt haben, das ist noch etwas Zusätzliches. Aber das Eigentliche, was ich heute Morgen Ihnen vorgelesen habe, nämlich die Erforschungen des Geistigen, das hat mit der Stigmatisation nichts zu tun. Ich bin durch die Stigmatisation nicht anders geworden, sondern was hinzugetreten ist durch dieses Ereignis, waren tatsächlich Wahrnehmungen von Ereignissen, die historisch geschehen sind wie in einer Chronik. Dies aufzufinden, war neu. Das war für mich auch deswegen von besonderer Bedeutung, weil mir diese Wahrnehmungen der historischen Ereignisse der Zeitenwende den Antrieb gegeben haben, die geistigen Zusammenhänge hinter diesen historischen Tatsachen geisteswissenschaftlich zu erforschen. Ich glaube, wenn Sie das festhalten, würden Sie mir einen großen Gefallen tun. Denn die Menschen sehen oft „nur“ die Stigmatisation und die ZeitenwendeWahrnehmungen, nicht aber meine eigentliche, nämlich geisteswissenschaftliche Arbeit und Aufgabe. Verstehen Sie, wie ich das meine? Ich mache das noch einmal deutlich: Man macht mir oft den Vorwurf – das ist die Kritik in der Hauptsache –, dass der Inhalt meiner Vorträge und Bücher nur die Wiedergabe von Wahrnehmungen ist, von unreflektierten Visionen. Aber das ist nicht zutreffend. Die Arbeit, die geistige Welt zu erforschen, das ist meine eigentliche Tätigkeit, und das war auch schon vor der Stigmatisation der Fall. Mit der Stigmatisation gingen tatsächlich einher Erlebnisse von der Zeitenwende, z.B. das ChristusEreignis und dessen historische Umstände, aber auch Wahrnehmungen von konkreten historischen Situationen aus anderen Zeiten sind mir seither möglich, wie aus der Zeit der Templer oder Ereignisse aus anderen Zeiten und 5 Zusammenhängen. Das war eine ungeheure Erfahrung. Doch das Besondere für mich war letztlich dabei, dass es sich für mich anhand dieser historischen Vorgänge ergeben hat, über diese Vorgänge geistig zu forschen, also herauszufinden durch die Mittel der Geisteswissenschaft, warum es zu genau diesen äußeren historischen Ereignissen gekommen ist und was ihre esoterische Bedeutung im Gesamtzusammenhang des Weltenplanes ist. Und es dürfte jedem Anthroposophen klar sein: so etwas kann man nicht durch eine reine Wahrnehmung herausfinden, sondern nur durch eine echte Erkenntnisarbeit. Und das ist dieselbe Arbeit, nämlich die geistige Forschung, die ich vorher auch gemacht habe. Das ist sehr wichtig, dass die Menschen das verstehen, weil das in der Öffentlichkeit der immer wieder entstehende Irrtum in der Beurteilung meiner geistigen Tätigkeit ist – jedenfalls bei denjenigen Menschen, die sich ein Urteil bilden, ohne sich durch Lesen meiner Bücher über die Inhalte meiner Arbeit tatsächlich informiert zu haben. Darum schreibe ich davon in jedem Vorwort meiner [christologischen] Bücher. (Aber so etwas wird ja leider oft überlesen oder nicht zur Kenntnis genommen.) M G: Sie schreiben, dass Sie schon vor zehn Jahren Imagination, Inspiration und Intuition hatten. Ju v Ha: Ja, dass ich einen Schulungsweg geübt habe, natürlich. Aber das setzte eben nicht erst vor zehn Jahren, also mit der Stigmatisation ein. Sondern alles, was ich tue, beruht darauf, dass dieser Erkenntnisweg in mir seit langer Zeit lebt. Ich habe nicht erst durch die Stigmatisation angefangen, mich mit der Anthroposophie zu beschäftigen. Wer das glaubt, befindet sich im Irrtum. M G: Und wie ist Ihre Forschungsmethode? Wie geht das im Praktischen? Wie tut man das? Ju v Ha: Die Frage ist ein wenig amüsant, verzeihen Sie, weil man im Grunde den Menschen keine zufriedenstellende Antwort darauf geben kann. Wie „man“ 6 das macht, ist letzten Endes in die Freiheit des Einzelnen gestellt. Rudolf Steiner hat schier unerschöpfliche Hinweise dafür gegeben, wie man sich auf eine geistige Forschung vorbereitet und welche Schritte auf dem Erkenntniswege genommen werden können und zum Teil auch müssen. Ich könnte jetzt gewisse Übungen beschreiben, die man macht, um sich vorzubereiten auf eine geistige Forschung. Aber den eigentlichen Erkenntnismoment, das rein geistige Denken und Erkennen, das kann man natürlich mit intellektuellen Begriffen nicht beschreiben. Wenn man dies könnte, bräuchte man kein übersinnliches Denken. Dann könnte man alles Notwendige auch mit dem Alltagsdenken bewältigen. Genau so wenig hat im Übrigen auch Rudolf Steiner den Moment beschrieben, in dem er zu übersinnlichen Erkenntnissen gelangte. Sie werden nirgendwo eine Ausführung von ihm darüber finden, was im letzten Augenblick dafür von seinem Ich getan wurde und welche Prozesse von jenseits der Schwelle lebenden geistigen Wesen notwendig waren, damit er zum Beispiel das Geheimnis der zwei Jesusknaben lüften konnte. Man könnte sich eigentlich nur dann wirklich über diesen eigentlichen Erkenntnisprozess jenseits der Schwelle verständlich machen, wenn man jemanden vor sich hätte, der selber diese geistige Tätigkeit ausübt bzw. die „chymischen“, okkulten Prozesse selbst erlebt hat, die dabei eintreten; dann allerdings müsste man es nicht mehr beschreiben, weil es ja von demjenigen, der es tut, selbst schon gewusst wird. – Einen Hinweis auf dasjenige, was sich dabei abspielt, auf einer höheren, nicht vorbereitenden Ebene findet man in Rudolf Steiners Klassenstunden für die Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, vornehmlich in den Ausführungen vom Beginn der 11. Stunde an. Ich kann hier nur sagen, dass das geistige Forschen zunächst ja ganz konkret mit einer Konzentrationsübung anfängt, man kann auch sagen Meditation. Das ist ja selbstverständlich. Also, wie gesagt, mit einer „Konzentrationsübung“, begleitet aber mit dem Focus auf eine bestimmte Problematik, die ich verfolgen möchte. Das A und O dabei ist, dass zunächst komplett in den Hintergrund tritt das 7 persönliche Interesse an dem Thema, auch wenn dies merkwürdig klingt. Darum ist geistige Forschung für meinen Begriff sehr schwierig, weil man es erst erreichen muss, sich einen Freiraum vom niederen Persönlichen zu schaffen. In einem anderen Zusammenhang spricht Rudolf Steiner vom „leeren Bewusstsein“, d.h. ich muss versuchen, erstens den Alltag auszuschalten. (Das Telefon, das Handy, die Überlegung, was muss ich jetzt noch machen, um soundso viel Uhr kommt dieser und jener Mensch – das muss alles weggeschoben werden. Da das für mich am Tage sehr selten möglich ist, weil ich einen unglaublich vollen Plan habe, tue ich diese Arbeit oft des Nachts, d.h. natürlich, wenn ich nicht dabei schlafe.) Also das ist das, was als Grundvoraussetzung gemacht werden muss. Des Weiteren kann nur etwas eintreten, was man geistige Forschung nennt, und man kann nur dann darauf hoffen, gewisse Antworten jenseits der Schwelle zu finden, wenn man in der geistigen Tätigkeit unmittelbar drinnen steht. Wenn man vom Vorstellen, geistig tätig zu sein wegkommt in die tatsächliche geistige Tätigkeit. Das ist in verschiedenen Situationen möglich: man hält einen Vortrag, man gibt ein Seminar, und ein Mensch stellt eine Frage. Dann ist es möglich, dass man aus der Intuition heraus blitzartig die Antwort geben kann, weil man so sehr im höheren Geisteswesen des Anderen drinnen lebt und zugleich in dem objektiven Tatbestand, um den sich die Frage dreht, dass die Möglichkeit eintritt, die man sonst sich nur erarbeiten muss durch die Meditation, dass man frei wird von dem ganz Eigenen, und es fährt wie ein Blitz die Antwort in das höhere Bewusstsein ein. Man hat die klare Durchsicht in das, was ist. – Eine phantastische Erfahrung, weil man wie durch einen Nadelpunkt, ein ganz kleines Pünktchen hindurch tauchen kann und erkennt, wie die gesamte Geschichte der Menschheit aufgereiht ist wie an einem Faden, wie Eines mit dem Anderen in einer höheren Ordnung zusammenhängt. Alles wird sichtbar wie durch ein Okular, mit einem Mal. Und dann muss man sich nur noch sehr anstrengen, wenn man das erreicht – egal zu welcher Gelegenheit, ob in der geführten Meditation, die man 8 angestrengt tut, oder bei der Intuition, die blitzartig kommt –, dass man versucht dasjenige, was man erkannt hat, festzuhalten und in Begriffe zu gießen, ins Wort. Dabei geht notwendiger Weise sehr viel verloren, so dass eigentlich das, was man dort wahrnimmt und das man in einer höheren Weise begriffen hat, in dem Moment, wo man es aussprechen muss, nicht mehr genau das ist, was es als lebendige Tatsache gerade noch gewesen ist. Heute ist dies vorerst nur bei den Mantren anders. In Zukunft wird sich das aber mehr und mehr ändern, so dass das Wort, das wir sprechen, immer mehr auch dem entspricht, was sich in es hineinergießen will an geistiger Wahrheit. Das ist ein durchaus schmerzhafter Prozess. Darum ist das Ringen um eine richtige Sprache, das richtige Formulieren sehr aufwendig, aber es muss gemacht werden, sonst kann man nicht von der geistigen Welt Zeugnis ablegen. M G: Ja, das kann ich voll verstehen. Und wie kann man das kontrollieren oder fühlen, ob das möglich ist? Ju v Ha: Kontrollieren, ob das richtig ist, was man wahrnimmt oder erkannt hat? Natürlich, in bestimmter Beziehung ist das natürlich möglich, muss möglich sein, denn bevor ich irgendetwas in ein Buch schreibe, muss ich mir sicher sein, dass dasjenige, was ich schreibe, so weit wie möglich der Wahrheit entspricht – ich sagte ja: Das ist wie beim Zauberlehrling (Sie kennen das Gedicht von Goethe?) , der die Geister, die er rief, am Ende nicht mehr zurückgeholt werden können. Er kann nicht das zurückholen, was einmal freigesetzt wurde; also wenn man etwas sagt oder auch aufschreibt, dann muss man dafür gerade stehen, nicht nur vor den Menschen, sondern auch vor dem göttlichen Weltenrichter. Und die Ernsthaftigkeit ist demjenigen, der diese Arbeit tut, natürlich bewusst. Wenn ich etwas aufschreibe, das rein geistiger Inhalt ist, dann ist das Finden der richtigen Begriffe ungeheuer wichtig. Ich versuche, das Beste daraus zu machen, damit ich das verantworten kann. 9 Zunächst hat man die eigene Wahrnehmung geistiger Verhältnisse, Imaginationen oder Inspirationen zu überprüfen. Also: wie verhält sich das Geschaute zur objektiven Wirklichkeit? Da gibt es mehrere Methoden bzw. mehrere Punkte, die zu beachten sind. Ich kann ein Beispiel nennen, das ich in meinem Geleitwort zur Reihe „Beiträge zum Verständnis des ChristusEreignisses“ nenne: Wenn ich also beispielsweise eine Aussage machen will über die elementarische Welt, dann reicht es nicht, wenn ich mit meinem Bewusstsein in die elementarische Welt hineinsteige, sondern wenn ich eine Aussage über das elementarische Reich treffen will, muss ich mich auch – nachdem ich in dieser Sphäre wahrgenommen habe –, mit meiner rein geistigen Gedankentätigkeit über diese Sphäre erheben. Also das heißt: Ich muss mindestens bis zur imaginativen Stufe kommen, um über die elementarische Welt korrekte Aussagen machen zu können. Ansonsten würde man nur das Wahrgenommene beschreiben können, aber das wäre keine Erkenntnis. Wahrnehmung findet innerhalb der jeweiligen Sphäre statt, z.B. im Elementarreich, und da muss man auch hineinsteigen, wenn man das Elementarreich kennenlernen will. Aber die Erkenntnis muss in einer der darüber liegenden Sphären gebildet werden. Das muss man also prüfen, denn sonst kommt man nicht zu Erkenntnissen, sondern nur zu subjektiven, also zu empfindungsmäßigen oder intellektuellen Einschätzungen, Beurteilungen, Meinungen oder gar Illusionen über einen Sachverhalt. Gerade auf dem Feld des Elementarischen sind da oft Missverständnisse zu beobachten: Nehmen wir an, ich würde mich mit einem Elementarwesen „unterhalten“, (– ich muss gestehen, dass ich solche „Unterhaltungen“, wie sie andere Menschen offenbar pflegen, nicht kenne, sondern meine „Unterhaltung“ mit elementarischen Wesenheiten findet in einer anderen Weise statt –), aber nehmen wir an, ein Elementarwesen, zum Beispiel ein Wassergeist, gibt mir mit einem Mal eine Auskunft über das okkulte Verhältnis des Judas zu dem Christus Jesus oder über ein anderes tiefes geistiges Mysterium, welches im Prinzip 10 ausschließlich die höhere spirituelle Entwicklung des Menschen betrifft, also die Bewusstwerdung des Menschen gegenüber seiner höheren Ichheit, dann muss mir klar sein, dass dieses Elementarwesen nur aus seiner Sicht diese Dinge schildern kann. Das heißt aber nicht, dass diese Aussagen des Elementarwesens zu den erwähnten Aspekten von einer übergeordneten Warte aus wahr sind, nur weil sie von einem geistigen Wesen gemacht wurden. Denn das Elementarwesen hat gar kein menschliches Ich! Und so kann es natürlich auch keine wahrheitsgemäßen Aussagen über das Ich-Mysterium treffen. Das Elementarwesen kann nur die Auswirkungen unserer Taten auf seine eigene Lebenswelt beschreiben. Das kann sehr wertvoll für den Menschen sein. Aber das Elementarwesen selbst wird keinen Zusammenhang in seinem Bewusstsein herstellen können zwischen den Wirkungen unserer ich-haften Taten auf seine Lebenssphäre. Das muss der Mensch selbst tun. Aber man darf dann nicht verwechseln die eigenen Rückschlüsse mit den Aussagen der Elementarwesen. M G: Wissen die Engel alles? Ju v Ha: (lacht) Das kommt darauf an, welchen Engel man fragt. (Alle lachen) Es gibt auch luziferische und ahrimanische Engel. Es ist durchaus interessant, diese Wesen und ihr Wissen anzuhören. Aber wenn wir jetzt bei den guten Engeln bleiben, dann würde ich sagen: der Angelos weiß in der Relation zum Menschen tatsächlich alles. Wenn man aber noch weiter hinaufschaut, die menschliche Perspektive verlässt, dann hat natürlich auch der Angelos eine gewisse „Position“ und auch Aufgabe innerhalb der geistigen Welt. Er mag vielleicht ebenso viel „wissen“ wie die nächst höhere Hierarchie, insofern er eine Einsicht in die Weisheit höherer Geister hat und diese Weisheit aus seinem Ich heraus bejahen kann. Aber er kann vorerst nur auf einer niedrigeren Stufe als die höhere Hierarchie arbeiten, weil er selbst noch eine Entwicklung durchmacht, so dass die Gebiete, die die höheren Hierarchien abdecken, nicht in sein Blickfeld kommen. Das heißt, er hat eine bestimmte Aufgabe, (die 11 allerdings aus der Perspektive des Menschen so hoch ist, dass der Mensch seinen Angelos oft mit Gott verwechselt), nämlich sich um die Individualität des einzelnen Menschen zu bemühen, während die übergeordnete Hierarchie dann sozusagen wieder für eine Gruppe von Menschen da ist und dementsprechend mehr oder noch erweitert „weiß“. Da gibt es die Volksgeister usw., und darum gibt es „Perspektivausschnitte“ des Wissens. Trotzdem leben sie in der geistigen Realität unmittelbar darinnen und wissen deswegen natürlich alles, wenn man so will. Wenn man als Mensch in der geistigen Welt bewusst wird, weiß man auch „alles“, jeder von uns tut das, jeder jede Nacht. Es ist nur die Frage, ob wir das in unserem Bewusstsein bewahren können. Wenn wir Anteil nehmen an den Gedanken der geistigen Wesen, sind wir alle weise – so wie auch der Angelos einsichtigen Anteil nimmt an den Weltgedanken der Kyriotetes oder anderer Geister. Wir wissen dann genauso viel wie die höchsten Hierarchien, in dem Moment, wo wir mit unserem Ich ganz in der geistigen Welt sind. Aber wirklich aus sich selbst heraus weise zu sein, so wie eine Gottheit, eine Engelhierarchie, also die Weisheit hervorzubringen, das ist eben etwas anderes, das der Mensch sich noch zu erarbeiten hat, so wie es sich sein Angelos vor ihm erarbeiten musste. Zur Zeit nimmt der Mensch im Schlaf „passiven“ Anteil an der Weisheit anderer, höherer Wesen und ist durch sie weise. Aber er muss weise werden durch ein allmähliches Bewusstseinserwachen in der geistigen Welt. Für diesen Werdegang kann er sich an den Engeln orientieren. M G: Und wie viel beschäftigen Sie sich mit theologischen Dingen, christologischen Themen, und warum ist das? Ju v Ha: Weil das die Antwort geben kann auf alle unsere Probleme (lacht), und weil, wenn man versteht, dass in der Menschheit etwas eingetreten ist, was jenseits einer religiösen Überzeugung etwas an dem Menschenwesen verändert hat bis ins Physische hinein, nämlich das Christus-Ereignis (als über- 12 konfessionelle Tatsache), wenn man beginnt, das zu verstehen, dann hat man eine Handhabe, die Welt anders zu gestalten. Und ich glaube, die Welt hat das nötig. Ich glaube, da liegt der Angelpunkt, weil das, was der Mensch als Wesenheit wirklich ist, das ist das Abbild dessen, was wir „Christus“ nennen, das wahre Ich sozusagen. Also wie Paulus sagt: „Nicht Ich (das Niedere), sondern der Christus in mir.“ Wenn ich lerne, das zu entdecken, habe ich verstanden, was der Christus ist. Das klingt sehr einfach, aber die Selbsterkenntnis ist sehr schwer. Aber darum meine ich: wir brauchen nicht immer von dem Christus zu sprechen, Seinen Namen von morgens bis abends im Munde zu führen. Aber die Aktivität, die man entfalten kann dadurch, dass das Mysterium von Golgatha als geistig-seelisch-physisch veränderndes Faktum eingetreten ist und dass man sich dieser Tatsache bewusst wird und dieses „Geschenk“ ergreift, diese Aktivität, die kann etwas in der Welt zurechtrücken. Mich interessiert die Quelle. Wo kommt das her? Warum ist ein Mensch eigenverantwortlich? Warum ist es unsinnig, wenn DER SPIEGEL einen führenden Wissenschaftler zitiert, der behauptet: Wir sind nur eine Anordnung, eine Zufallslotterie von Genen? Wenn das wahr wäre und wir uns konsequent danach richten würden, dann wäre unsere ganze Rechtsprechung vollkommen überflüssig, denn ich kann schließlich nichts dafür, wenn ich unmoralische Handlungen begehe, es sind ja meine Gene, die mich steuern. Wenn wir alle so denken würden, und uns alle so verhalten würden, dann wäre die Welt schon längst zerstört. Aber so ist es ja zum Glück nicht. Doch leider müssen wir beobachten, dass es in der Gegenwart Tendenzen gibt, die sich auch in Zukunft immer stärker durchsetzen werden, die den Menschen diesen Unsinn glauben lassen wollen. Ich möchte mit meiner Arbeit dieser Tendenz entgegentreten. Es gibt eine Quelle für moralisches Handeln. Und diese Quelle kann der Mensch im eigenen Innern auffinden, er verspürt ja eine Verantwortung, ein Gewissen, das ihn aufruft, moralisch zu denken und zu handeln. Das Gewissen hängt zusammen mit dieser Quelle. Und wenn man da herangeht, hat man 13 Möglichkeiten, sich besser zu verhalten. Darauf kommt es ja an für unsere geistige Entwicklung. Der geistige Schulungsweg ist ja nicht dazu da, um selbst zu profitieren, sondern damit durch uns andere profitieren. M G: Und was ist die physisch vorhandene Wirksamkeit des Christus? Ju v Ha: Oh, das fängt schon dabei an, dass die Menschen in der Lage sind (jedenfalls potentiell), heute einander anders zu hören, wahrzunehmen, dass sie sich auf eine neue Art wirklich zu verstehen können. Dieser Fortschritt, der auf die Bewusstseinsseelenentwicklung zurückgeht, macht sich bis ins physische hinein kenntlich. Der Leib wird ja durch spirituelles Bewusstsein umgewandelt. Und am stärksten wird das an dem „ältesten“ unserer Organe sichtbar, nämlich am Gehirn. Ich bin sicher: Wenn es möglich wäre, heute einen gegenwärtigen Menschen und einen Menschen mit einer Konstitution, wie sie vor 1000 oder 2000 Jahren war, in eine Scannerröhre zu schieben, dann würde man beobachten, dass verschiedene Areale bei diesen beiden unterschiedlichen Menschen zum Einsatz kommen, wenn diese Menschen denken. Allein die Intellektualität, die man zum Erfassen anthroposophischer Gedanken, höherer Gedanken braucht – denn das ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem Denken, das das Gehirn irgendwann nicht mehr benötigt –, allein die Möglichkeit, bestimmte Zusammenhänge über die Welt denken zu können, die hat heute der Mensch in einem völlig anderen Maße als der frühere Mensch. Das muss der Mensch aber nutzen, um weiter zu kommen. Er darf im rein Intellektualistischen nicht stehenbleiben. Aber die Möglichkeit, jetzt aus diesem Verstandesdenken den Sprung zu einem höheren Denken zu vollziehen, das wäre eben dem früheren Menschen – auch physisch – gar nicht möglich gewesen. Das ist eine Auswirkung der Christus-Tat. Und ich bin überzeugt, dass Forscher eines Tages an der Untersuchung physischer Gehirne werden beobachten können, dass Menschen, die das höhere Denken praktizieren, das immer mehr absterbende Gehirn gar nicht benutzen. Das wird man messen 14 können. Genau genommen, werden wir immer fähiger, übersinnliche Gedanken zu denken, je weiter unser sinnlicher Gedankenapparat zerfällt. Aber es gibt viele, viele verschiedene Beispiele für die Wirksamkeit des Christus bis ins Physische. Ich habe vorhin die Andeutungen gemacht über die Veränderung der Fortpflanzung im Menschen. Das ist ein Werdeprozess, der Mensch war nicht immer physisch so, wie er jetzt ist. Und in Zukunft wird sich die Fortpflanzung ganz anders vollziehen als heute. Das Mysterium von Golgatha hat bewirkt, dass der Mensch frei werden kann von der Abhängigkeit seines Leibes, und dass er nicht nur der Herr werden kann über seine Seele, sondern auch über das Werkzeug des physischen Leibes. Und wenn er das eines Tages ist oder wird, langsam, langsam, dann kann er irgendwann auch den physischen Leib ganz ablegen. Anthroposophen wissen, das wird spätestens notwendig, wenn wir auf dem sogenannten Jupiter wieder als Menschenwesen erscheinen wollen, denn dann gibt es keine mineralische, keine materielle Erde mehr. Dann müssen wir ein anderes Werkzeug geschaffen haben, das die Funktion dieses materiellen physischen Leibes übernehmen kann – ein Werkzeug, das zwar physisch ist, aber nicht materiell ist. Wir werden ausbilden, und haben gegenwärtig schon damit begonnen, das von Rudolf Steiner sogenannte „Phantom“ des physischen Leibes, welches auch Paulus in seinem 1. Korintherbrief (15, 45f.) beschreibt. Auch gibt es, als ein anderes Beispiel der Wirksamkeit des Christus bis ins Physisch-Materielle hinein, eine sehr spannende Arbeit von einem Physiker, Prof. Peter Gschwind, (in Buchform erschienen im Verlag am Goetheanum vor ca. fünf Jahren: Die Ich-Struktur der Materie). Dieser Physiker hat die Materie untersucht und hat festgestellt, dass die materiellen Substanzen (ich kann Ihnen nicht erklären, wie das geht), seit dem Zeitenwendepunkt eine andere chemische Substantialität angenommen hat. Das ist eine sehr beachtete Arbeit. Es gibt nur wenige Menschen, die diese wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse fachlich genau nachvollziehen können. Aber diese Arbeit ist auch außerhalb der 15 anthroposophischen Kreise beachtet und ernst genommen worden. Es wird darin beschrieben eigentlich ein wissenschaftlicher Beweis für die Veränderung der Erdenstruktur seit dem Ereignis von Golgatha. – Und nun kann man sich schon denken, dass dies auch mit dem Menschen zusammenhängt, denn die Erde ist das Feld der Entwicklung für den Menschen zu einem höheren geistigen Wesen. Man sagt ja aus der Anthroposophie heraus, die Erde ist schon im Niedergang begriffen, sklerotisiert, baut sich ab. Das ist auch in der Tat der Fall. Jeder Naturwissenschaftler, der auf diesem Gebiet forscht, wird bestätigen können, dass die Erneuerungsprozesse der Erde abnehmen, genauso, wie die Sonne ihre Energie verbraucht, wird auch die Erde irgendwann aufhören zu existieren in der Art, wie wir sie zu kennen glauben oder heute noch erleben. Und was das Mysterium von Golgatha schafft, ist, dass in diese Materie ein Keim gelegt wird, der die Transformation der Materie bewirken kann. Nicht etwas, das mit der Materie verschwindet, sondern ein Keim zu etwas Übersubstantiellem, was dennoch ganz hart an der Grenze zur Substantialität ist. Das nennen wir das Ätherische. Und dieses Ätherische ist geistiges, das heißt unsterbliches Leben. Aus diesem „Stoff“ wird die Erde einmal in ferner Zukunft bestehen, und diesen Zustand der zukünftigen Erde nennt der Okkultist den „Jupiter“. M G: Das ist auch schon eine Antwort auf meine nächste Frage. Wie wichtig ist die Versorgung des physischen Leibes? Ju v Ha: Ausgesprochen wichtig, weil der physische Leib unser Werkzeug ist zur höheren Erkenntnisbildung. Es ist eben nicht allein wichtig, sich um den Geist zu kümmern, sondern in gewisser Hinsicht auch um die Pflege des materiellen Körpers, um den Leib, weil ich ausschließlich Erkenntnisbildung und Reifeprozesse, alle Entwicklung nur während des Erdenlebens erlangen kann. Und wenn ich den Leib als Werkzeug dazu nicht erhalte, dann kann ich diese geistigen Erkenntnisse niemals gewinnen, dann werde ich sie nicht haben. Das heißt nicht, dass man keine höheren Erkenntnisse gewinnen kann, wenn 16 man an einer physischen Erkrankung leidet wie Krebs oder wenn man ein gebrochenes Bein hat, wenn also der physische Leib beschädigt ist, sondern ich muss sehen, dass ich einen Beitrag leiste zur Erhaltung, zur ätherischen Belebung meines Leibes zum Schutz und zur Aufrechterhaltung des Lebens, weil der das kostbare Feld meiner spirituellen Entwicklung ist. Und ich muss dafür sorgen, dass ich mir einen Leib schaffe, der mein Ich auch in Zukunft aufnehmen kann, wenn die materielle Erde und die materiellen Leiber weiter in einen Zerfall hineingehen. M G: Ich möchte auch etwas fragen über die Zusammenhänge zwischen Menschen. Sie haben über Schwierigkeiten zwischen Anthroposophen gesprochen, weil manchmal die Dinge zu persönlich genommen werden. Na gut, das ist menschliche Realität, aber man hat das individuell Persönliche, und man hat das Soziale, das Gemeinschaftliche. Wie kann man das in der Waage halten? Das ist eine Schwierigkeit, wenn Menschen immer etwas mit einem Urteil verbinden, was man meint und denkt. Aber man sieht, dass so etwas störend ist in der Gemeinschaft. Was ist geschehen, was kann die Gemeinschaft dafür tun, dass das nicht so extrem wird? Ju v Ha: Ich glaube, da müssen wir genau an diese Ich-Kraft des Menschen heran, weil jeder nur individuell seinen Beitrag leisten kann. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass der andere dieses oder jenes für mich macht; oder anders: wenn ich sage, ich erwarte von dir, dass du tolerant mir gegenübertrittst, dann muss ich dir dasselbe zur Verfügung stellen. Im Vaterunser kommt das sehr schön zur Geltung: Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Also, was ich von anderen erwarte, muss ich selbst erst einmal tun. Der einzelne Mensch muss versuchen, das zu leisten, und das Einzige nach meiner Erfahrung, was funktioniert ist, eben zunächst mal sich zurückhalten mit dem eigenen Urteilen, sondern dass man erstmal etwas wahrnimmt, man kann besser sagen: für wahr nimmt, was an einen heran tritt, was da ist. Ich kann mich 17 darüber aufregen, dass dort draußen auf dem Hof ein Baum steht. Dann sage ich: Warum steht er da? Ich will nicht, dass er da steht! – Aber meine persönliche Haltung zu dem Baum ändert nichts daran, dass er da steht. Wenn ich sage, ich bin dagegen, dass er da steht, oder es ist unberechtigt, dass er da steht, dann sagt der Baum durch sein schlichtes Da-Sein zu mir: Das ist mir ganz egal, ob du das so findest. Es ist eine schlichte Tatsache, dass ich hier stehe. Und diese Tatsache ist unabhängig von deiner Meinung, deiner Sicht, deiner Haltung. Damit will ich sagen, wir müssen uns anstrengen, mit den Realitäten umzugehen und davon wegzukommen, sofort eine persönliche Meinung zu entwickeln und diese persönliche Meinung mit der Realität zu verwechseln oder gar für eine geisteswissenschaftlich fundierte Erkenntnis zu halten. Wenn wir nur darauf aus sind, auf unserer persönlichen Meinung zu beharren, tragen wir zu einer Eskalation bei, nicht aber zu einer gemeinschaftlichen Erkenntnisbildung. Leider muss man feststellen, dass Kindern so etwas oft besser gelingt als uns Anthroposophen. Die Kinder gucken sich wenigstens dabei in die Augen, wenn sie sich streiten, auch tragen sie ihre Konflikte unmittelbar in der Begegnung mit ihrem Gegenüber aus. Ich musste erfahren, dass nicht einmal das „bei uns“ mehr möglich ist, denn da wird die direkte Begegnung, die ein Erkenntnis-Gespräch, ja überhaupt eine Wahrnehmung des Mitmenschen eben nun einmal erfordert, gar nicht mehr hergestellt. Man vermeidet ja geradezu Begegnungen, um sich in seiner Meinung, die man liebgewonnen hat, bloß nicht verunsichern zu lassen. M G: Was kann man mit dem Einzelmenschen tun, wenn man in eine Gemeinschaft eintritt, wo alte Probleme auftreten, die noch immer nicht abgearbeitet sind? Was muss man tun? Ju v Ha: Man muss erst mal untersuchen, in welcher Beziehung man als Einzelmensch zu dieser Gemeinschaft, in die man da eintritt, steht: Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich merke, ich habe selbst einen karmischen Zusammenhang mit dieser Gruppe so, dass das auch meine Problematik ist, das 18 spürt man irgendwann; oder man sagt sich: ich interessiere mich zwar für die Anthroposophie, aber ich merke, dass ich biographisch nichts mit dieser zerstrittenen Gemeinschaft, die da Anthroposophie meint zu betreiben, zu tun habe. Das sind ja zwei unterschiedliche Ausgangspunkte. Und der erste Mensch wird sich deshalb anders dazu stellen als der zweite. Wenn ich als Ausgangspunkt die erste dieser beiden Situationen habe, macht das die Sache schon schwierig, weil ich mehr dazu leisten muss, um eine objektive Gesinnung zu entwickeln, wenn ich selbst karmisch involviert bin. Wenn man sich selbst also dann in so einer karmischen Gruppe eingebettet findet, in der vieles nicht aufgearbeitet worden ist, dann würde ich empfehlen, sich miteinander einem Thema, einer Aufgabe zu widmen, welche alle gleichermaßen bewegt und somit auch verbindet. Im vorliegenden Fall ist das ja im Grunde ganz naheliegend: Das verbindende Element heißt Anthroposophie. Ich denke, das ist doch das Wesentliche, worum es uns allen gleichermaßen gehen sollte, die wir doch alle Anthroposophie in der Welt vorwärts bringen wollen. Das ist doch das schönste verbindende Element, das man sich überhaupt nur denken kann! Und wenn man dieses Ziel im Auge behält, wird man schnell bemerken, dass es wirklich schade darum wäre, seine Zeit damit zu vergeuden, sich in irgendwelchen Wortgefechten oder Meinungsverschiedenheiten zu verwickeln usw. oder dem anderen umständlich zu „beweisen“, dass er eine bestimmte Evangelienstelle oder Aussage Rudolf Steiners falsch interpretiert. Das hält uns doch nur davon ab, das Wesentliche zu tun. Und man kommt auch schnell zu der Erkenntnis, dass das Eine, Große nur erreicht werden kann, wenn viele Menschen etwas dazu beitragen, und zwar auf ihre individuelle Art. Sonst könnte niemals ein Ganzes entstehen, es bliebe alles einseitig, nur Bruchstückhaftes, wenn alle Menschen dasselbe beisteuern würden. Wenn man also merkt, dass man eine persönliche karmische Beziehung zu jener Gruppe von Menschen hat, die in gravierende karmische Probleme verstrickt ist, dann sollte man zuerst prüfen, in wieweit man selbst in der Lage ist, die Dinge 19 objektiv zu sehen oder in wieweit man doch selber so verstrickt ist, dass man unter Umständen befangen ist und sich eingestehen muss: in Wahrheit will ich gar nicht zu einer Einigung kommen. Das muss man in einer stillen Stunde prüfen. Denn es ist ja heute nicht eine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Wollens. Ich muss bei mir selbst zuerst und nicht bei dem Andern prüfen: welche Motive, welche Ursachen liegen vor? Ich selbst stehe in einer Verantwortung. Die kann ich nicht an anderen delegieren. Will ich einen nützlichen, heilsamen Beitrag für die Gemeinschaft leisten, muss ich mich zuerst zur Selbsterkenntnis aufraffen, ich muss in voller Ehrlichkeit meine Motive überprüfen wollen. Wenn jemand aber empfindet: ich interessiere mich wirklich nur für Anthroposophie und habe keine Beziehung zu den karmischen Verhältnissen innerhalb der anthroposophischen Gemeinschaft, dann ist vielleicht auch hier die größte Hilfe, die man dieser Gruppe von außen geben kann, dass man diese Gruppe darin unterstützt, den Focus wieder auf die eigentliche Arbeit zu lenken, auf das Wesentliche, nämlich wieder Anthroposophie in den Mittelpunkt zu rücken. – Das wäre ja wirklich wunderschön, wenn wir endlich einmal damit beginnen könnten, Anthroposophie zu treiben, anstatt ständig das „Wesen“ Anthroposophie durch unser allzu Persönliches zu verletzen. M G: Und was werden Sie in den nächsten zehn Jahren machen? Ju v Ha: Hoffentlich Dinge dazu lernen (Es wird gelacht). M G: Sie sind Objekt einer Kontroverse. Ju v Ha: Ja, das ist aber nur mittelbar mein Problem. Denn es zeigt sich oft, dass es um meine Person in Wirklichkeit gar nicht geht. Die meisten meiner Kritiker kennen mich ja persönlich gar nicht, haben mich nie gesehen oder gehört, und viele geben auch offen zu, dass sie es nicht nötig haben, meine Schriften zu lesen, um sich über mich ein Urteil anzueignen 20 M G: Wie gehen Sie damit um? Ju v Ha: Mit Geduld. Das ist ein Feld, auf dem ich viel lernen durfte. Es ist sehr interessant, sich selber dabei zu beobachten. Zuerst ist man erschüttert und verletzt und man versucht, sich zu rechtfertigen. Dann kommt eine Phase, in der man merkt: das hat mit dir ganz persönlich gar nicht viel zu tun, denn die Leute kennen dich ja gar nicht. Also da muss irgendetwas anderes vorliegen. Diese großen Emotionen, die da freigesetzt werden in manchen Menschen, die beziehen sich gar nicht auf dich als Person, sondern vielleicht vielmehr auf das, was du sagst oder wofür du dich engagierst. Dann kommt eine nächste Phase. Da hat man die Hoffnung, dass man in einem zwischenmenschlichen Austausch auf der Ebene des gesunden Menschenverstandes die Probleme auflösen kann. Denn man glaubt zunächst, dass es sich tatsächlich um Erkenntnisfragen oder Erkenntnisdifferenzen handelt. Dann muss man jedoch feststellen, dass das meistens gar nicht die Ursache der Emotionen ist. Denn es wird ein Erkenntnisgespräch verweigert. Wer aber tatsächlich an der Klärung inhaltlicher Belange interessiert ist, würde einem Erkenntnisgespräch nicht aus dem Wege gehen. Man lernt also an diesem Punkt, dass es Menschen gibt, die sagen: Ich will mich gar nicht austauschen! Oder: du hast von vornherein Unrecht, deshalb brauche ich mich mit dir nicht zu unterhalten. Das ist die zweite Phase, da ist man wieder recht enttäuscht, dass man auf der sachlichen Ebene nicht weiterkommt. Aber man lernt zu verstehen, dass man diesen Menschen, die sich dafür entschieden haben, sich nicht austauschen zu wollen, auch ihre Freiheit lassen muss. Durch diese Enttäuschung musste ich durch. (Das deutsche Wort ist sehr treffend dafür: Ent-Täuschung. Denn man hat sich eigentlich selber getäuscht, nämlich in seiner Erwartungshaltung dem Anderen gegenüber.) Und dann kommt die dritte Phase, in der bin ich jetzt gerade, ich weiß nicht, wie viele noch kommen; die dritte Phase ist: versuche auf den Gebieten, wo es notwendig ist, dem Unwahren das Wahre entgegenzustellen, aber ansonsten 21 halte dich nicht auf mit den Kontroversen, denn dann wäre das passiert, was eigentlich die Widersachermächte beabsichtigten, dass nämlich nichts Konstruktives, nichts Belebendes mehr entstehen kann. Es kommt die wohltuende und beruhigende Erkenntnis, der liebevolle Ruf aus der geistigen Welt: prüfe dich immer und prüfe die Vorwürfe, die man dir macht. Aber vergiss nicht, deine Arbeit zu machen! Und das tue ich. Denn letzten Endes gilt doch das, was Paulus sagt: „Es ist mir nicht wichtig, dass ich von euch gerichtet werde oder von irgendeinem menschlichen Gericht. Auch richte ich mich selbst nicht… Vielmehr ist es der Herr, der mich richtet.“ Und so stelle ich meine Arbeit in die Welt, indem ich mich vor Gott verantworte. Ich gebe meine Arbeit hin zur freien Verfügung. Wer sie annehmen möchte – bitte, gerne!; und wer nicht, der nicht. M G: Mit wem möchten Sie Austausch halten? Ju v Ha: Möglichst mit allen Menschen. Ich bin kein Mensch, der Angst hat vor einem Austausch. Der Grund, warum ich nie ein Interview gegeben habe, war einfach, dass ich fand, dass um meine Person zu viel „hype“ gemacht wird, und ich wollte das nicht noch befeuern durch Interviews, weil wirklich mein Anliegen die anthroposophische Arbeit ist und die Themen, die ich in meinen Büchern aufgreife. Und ich weiß, dass die Interviewpartner leider am wenigsten der Inhalt meiner Bücher interessiert, sondern das scheinbar Sensationelle meines Schicksalsganges. Und gerade das wird mir ja von den Kritikern zum Vorwurf gemacht. Es hat ja schon geheißen: Judith von Halle dürfte gar keine öffentliche anthroposophische Arbeit machen, weil sie durch ihre Stigmatisation unfrei wirkt. – Also, mein Anliegen sind die Themen, die ich in meinen Büchern wiedergebe, wie zum Beispiel „Die Templer“ und „Der Abstieg in die Erdenschichten“ oder wie die Bücher heißen, sie alle haben nichts zu tun mit Judith von Halle persönlich. Das ist nicht das, worum es mir geht. Im Gegenteil, ich hatte früher ein gemütliches Leben, und man kann sich schon für das 22 persönliche Glück etwas anderes wünschen als einen solchen Schicksalsgang und die Ereiferung der Menschen über diesen Schicksalsgang, so wie ich sie über die letzten 10 Jahre leider erleben musste, aber ich kommuniziere gern mit Menschen. Ich habe mich nie einem Gespräch entzogen, wenn jemand eine ehrliche Anfrage hatte. Es ist ein großer Gewinn, Menschen kennenzulernen, jeder Mensch ist auf seine Weise wunderbar, mit seinen eigenen biographischen Erfahrungen – ganz unglaubliche Sachen kann man erfahren und davon lernen, da wird man demütig. M G: Wie halten Sie das aus? Ju v Ha: Weil ich die Unterstützung einer festen Wurzel habe, und das ist die geistige Welt. Meine Kindheit war auch nicht immer leicht. Doch es war letztlich recht, solch eine Kindheit durchgemacht zu haben, weil ich mir einen kleinen Schutzpanzer angelegt habe für die Erfahrungen, die ich in späteren Jahren, nämlich innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft durchmachen musste. Durch diese feste Wurzel, die im Geistigen liegt, bin ich auch nie vollkommen aus der Bahn geworfen worden, so dass ich in eine Verzweiflungssituation gekommen wäre, in der ich hätte sagen müssen: Ich kann nicht mehr weiter. In den Tiefpunkten des Lebens kommt es darauf an, ob wir uns auf das Licht besinnen können, das von jenseits dieses Lebens ausstrahlt. M G: Können Sie noch mal Ihre Themen benennen? Ju v Ha: Tja, die Themen kommen manchmal in dem Moment, wo man in die geistige Welt hineinschaut und einem etwas begegnet, das sich in der heutigen Welt Gehör verschaffen will. Man muss nur darauf hinlauschen. Oder man schaut in die irdische Welt hinein und möchte die Ursachen für gewisse Umstände erforschen. So ist z.B. das Buch über die Templer entstanden, weil es ein siebenhundertjähriges Jubiläum gab, und ich habe angefangen, mich mit den 23 spirituellen Umständen der Beseitigung der Templer und ihrer fortdauernden Verleumdung zu beschäftigen. Ein Thema, das ich gerade für die Gegenwart für äußerst wichtig halte, ist das Thema der geistigen Gegenkräfte. Diese wirken ja deshalb so intensiv in der Welt, weil sie in dem einzelnen Menschen ansetzen. Es läuft hier wieder auf die Selbsterkenntnis hinaus, wenn man etwas gegen das Überhandnehmen solcher Kräfte in der Welt unternehmen will. So habe ich ein Buch über die Erdschichten geschrieben, das hat mit diesem Thema zu tun. Aber mein eigentliches Anliegen – das geht ja aus meiner Arbeit hervor – ist das Christus-Mysterium, denn ich lebe in der Gewissheit, dass in der Erkenntnis des Christus-Mysteriums der Quell unserer Heilung liegt. Diese Tatsache kann man schon allein denkerisch nachvollziehen. Man muss kein Eingeweihter dazu sein, um einzusehen, dass dies der Fall ist. Man muss allerdings den Willen haben, sich mit diesem Mysterium aus echtem Herzensantrieb zu befassen. M G: Mit welchen Menschen arbeiten Sie zusammen? Ju v Ha: Ich bin in einer innerlichen Weise mit vielen verschiedenen Menschen verbunden und erfahre durch sie immense Unterstützung, sowohl auf meinem persönlichen Weg als auch auf dem überpersönlichen Feld der geistigen Arbeit. Ansonsten kann man sagen: das Schicksal stellt einem in der Regel die Menschen zur Seite, mit denen sich etwas für die geistige Arbeit und für das Fortkommen des Christus-Impulses in der Welt erreichen lässt. Nicht immer wählt man sich diese Menschen, die ja an unterschiedlichen Orten leben, mit seinem bewussten Alltagsverstand aus. Ich hätte mir z.B. nie vorstellen können vor zehn Jahren, dass ich einmal in Dornach leben würde, ein Großstadtkind in einem kleinen „Nest“. Doch offenbar habe ich eine starke Verbindung zum Schicksal und Werdegang der Dornacher anthroposophischen Gemeinschaft oder zumindest zur Anthroposophie, die dort leben will, und das hat mich nach Dornach gebracht. 24 M G: Wie sind Sie dazu gekommen? Ju v Ha: Das war so eine Schicksalssituation. Im Jahr 2006 bin ich sehr krank geworden, und der Rat der Ärzte war, mit meiner Lungenerkrankung in die Berge zu gehen, also mich nicht im Berliner Flachland aufzuhalten. Dann hat ein sehr lieber Mensch, das ist der Verleger Joseph Morel vom Verlag für Anthroposophie damals gesagt: du kommst zu uns nach Hause, wir wohnen oberhalb von Dornach, auf etwa 700 m Höhe, das ist nicht Davos, aber es ist sicher besser als Berlin. Dort habe ich viel Zeit gehabt, mich mit geistigen Dingen zu beschäftigen, weil ich nichts anderes tun konnte und tun musste. Als ich langsam wieder gesund wurde, hat es sich ergeben, dass in Dornach ein Raum frei wurde, eine Schreinerei, und der Eigentümer hat gefragt: Willst du dort nicht eine Initiative aufbauen? Du kannst das Gebäude mieten. Diese Chance habe ich als einen Aufruf empfunden. In Berlin war das leider nicht mehr möglich, ich hätte es gern in Berlin gemacht, doch durch die dort herrschenden Umstände konnte ich das Rudolf Steiner Haus in diesem Sinne nicht mehr nutzen. So war ich auf einmal in Dornach. Aber ich habe natürlich auch eine innere Verbundenheit zu dem Ort, das habe ich deutlich gespürt. Dorn Ach! Ein bittersüßes Verhältnis zu dem Ort. Also ich bin einerseits sehr gern in Dornach und bei den dort lebenden und arbeitenden Menschen, aber andererseits ist das die Höhle des Löwen, aber das musste offenbar so sein. Und das musste ich eben auch einsehen: Nicht mit jedem Menschen, mit dem man eine karmische Verbindung oder sogar eine spirituelle Aufgabe hat, kann man etwas Gemeinsames erreichen. Denn der Mensch ist ein freies Wesen. Er hat sein Karma und seine karmischen Möglichkeiten. Aber ob er sie ergreift, ist seine eigene Entscheidung. So hat es sich leider ergeben, dass ich zwar gerne mit gewissen Menschen zusammengearbeitet hätte, weil ich sicher bin, dass es von der geistigen Welt aus gewünscht ist, aber dass sich eine solche Arbeit nicht 25 verwirklichen lässt. Das ist vielleicht der größte Schmerz, den ich in Bezug auf die geistige Arbeit in der Gegenwart empfinde. M G: Was war die Kontroverse in Berlin? Ju v Ha: Dass die Stigmatisation aufgetreten ist und Menschen nicht damit umgehen konnten, dass der Geist bis hinein in die physische Leiblichkeit wirksam werden kann und will. In der Theorie lässt sich schmerzfrei über allerlei Dinge philosophieren, die der Geist vermag. Aber wenn es konkret wird, zeigt sich, wie weit die Menschen den Geist ernst nehmen. So wurde mir von den Vertretern der deutschen Landesgesellschaft gesagt (wortwörtlich): „Das hat mit Anthroposophie nichts zu tun. Machen Sie das wieder weg!“ Nicht wahr, das ist das Beispiel von dem Baum. Wie es schon im ersten Mysteriendrama heißt: Ein Tatbestand liegt vor. Es geht nicht darum, den Baum umzuhauen, sondern es geht darum, zu ergründen, warum er da steht und was man durch seine Existenz für die eigene Entwicklung gewinnen kann. Ist es nicht eine großartige Chance für unser aller Erkenntnisentwicklung, dass solch ein Phänomen in der anthroposophischen Bewegung auftritt? Anthroposophie ist ja gerade dazu da, vermeintlich unerklärliche Phänomene zu erforschen, damit sie eines Tages erklärlich werden. Aber eine solche Erforschung lässt sich nicht mit Angst, Vorbehalten, Vorurteilen durchführen, denn das verstellt den objektiven Blick. Diese anthroposophische Haltung hatten aber die „Verantwortlichen“ leider nicht. So wurde ich fristlos gekündigt in meinem Arbeitsverhältnis im Rudolf Steiner Haus, in dem ich neben meiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit als Architektin das Sekretariat betreut habe. Aber auch die ganze Belegschaft, die mit mir in Verbindung gestanden hatte, an erster Stelle der Gründer des Rudolf Steiner Hauses, Peter Tradowsky, wurde fristlos entlassen, und zwar ohne Begründung. Wen die Vorgänge im Detail interessieren, kann den Bericht der sogenannten „Urteilsfindungskommission“ einsehen, der später erstellt wurde. Das Bedauerlichste war, dass die Mitglieder, 26 die dies alles nicht wollten, von den Vorständen bevormundet wurden und letztlich dadurch das reiche spirituelle Leben im Rudolf Steiner Haus Berlin weitgehend ausgelöscht worden ist. Das wirkt sich bis heute aus. M G: Sie arbeiten noch immer als Architektin? Und welche Gebäude haben Sie gebaut? Ju v Ha: Ja, das letzte war die Konzeption eines Wohn- und Therapiehauses für Demenzerkrankten. Das ist dann leider übernommen worden von einem holländischen Architekten, aufgrund eines Wechsels im Vorstand bei den Bauherren. Vier Jahre hatte ich dafür gearbeitet. Dann hat man mich vor die Tür gesetzt, weil ein Mensch im Vorstand ein „Problem“ mit mir hatte. Deshalb ist die Arbeit von meiner Seite aus nur bis zum Bauantrag gekommen, es war aber eigentlich für mich das schönste Projekt, weil es eine besondere inhaltliche Thematik einschloss. Ich habe in diesem Zusammenhang meine Erkenntnisse zur Demenz-Erkrankung in Buchform veröffentlicht. Jetzt erstellen wir gerade für den ehemaligen Besitzer von TEGUT, das ist ein Lebensmittel-Hersteller und Vertrieb in Deutschland, Wolfgang Gutberlet, ein Gebäude in Fulda, ein Gebäudekomplex mit drei verschiedenen Gebäuden und einer schönen Freiraumgestaltung mit einer Bach- und Teichlandschaft sowie plastischen Kunstwerken. Ein Bürokomplex und eine Lernwerkstatt, wo Seminare über Unternehmenskultur usw. gegeben werden sollen. M G: Wie kombinieren Sie die zwei Tätigkeiten? Ju v Ha: Natürlich müssen mein Mann und ich auf Mitarbeiter zurückgreifen. Denn die Architektur ist ein full-time-job, ebenso wie die Seminar- und Vortragsarbeit in Dornach, die anthroposophische Forschungsarbeit und die Schriftstellerei. Um es abzukürzen: Man langweilt sich nicht. Es muss jeden Tag immer wieder aufs Neue errungen werden, eine Waage herzustellen. 27 M G: Haben Sie noch etwas, was Sie sagen möchten? Ju v Ha: Das letzte Wort? Da muss ich an Dr. Benediktus Hardorp denken, einen wunderbaren, weisen Menschen, dem die anthroposophische Sache viel zu verdanken hat, was vielen Menschen nicht bewusst ist. Er hat auf diese Frage einmal mit einem einfachen aber tiefgründigen Satz geantwortet: Macht eure Sache gut! – Ich finde, das ist eine sehr weise Antwort. Sie stammt, wie gesagt nicht von mir, und ich kann sie nicht für mich in Anspruch nehmen, weil ich noch keine 80 oder 90 jährige Lebenserfahrung habe. Doch sie leuchtet mir sehr ein, und ich versuche, in diesem Sinne, meine Sache gut zu machen. Diesen Rat kann ich weitergeben. M G: Vielen Dank.